Medieninformation IV/2020: Preisregulierung führt zu Preisexplosion und Verbrauchertäuschung

Die Interessengemeinschaft der Besitzer von 0700-Rufnummern (IG 0700) kritisiert die in der TKG-Novelle geplante Preisobergrenze für die Anwahl von Persönlichen Rufnummern mit der Vorwahl 0700 als deutlich zu hoch. „Die vorgesehenen 14 ct/min. führen bei Anrufen vom Telekom-Festnetz aus in 100% der Fälle zu Preiserhöhungen. In 73% der Fälle würde sich der Preis um 122% verteuern. Die gut gemeinte Preisregulierung führt hier zu einer Preisexplosion“, kritisiert Frank Boneberger, Gründer der IG 0700.

Statt vom Telekom-Festnetz aus bislang 6,3 bzw. 12,6 ct/min. sollen künftig Anrufe zu einer 0700-Rufnummer generell 14 ct/min. kosten. Zugleich will der Gesetzgeber die Inhaber der laut Bundesnetzagentur mit Stand 1. HJ 2019 in Deutschland 123.017 zugeteilten 0700-Rufnummern  dazu verpflichten, auf den Tarif hinzuweisen.

Die 0700 ist kein Geschäftsmodell!

„Der Gesetzgeber initiierte 1997 die Persönliche Rufnummer als lebenslange Rufnummer, die vorwiegend Privatpersonen nutzen. Jetzt stellt er sie auf eine Ebene mit gewerblichen 0180-Geschäftsmodellen. Das ist irreführend“, kommentiert Axel Stefan Sonntag, Pressesprecher der IG 0700. „Wir fordern einen Preis weit unter den vorgesehenen 14 ct/min. und den Verzicht auf eine Preisangabepflicht, wie sie Betreibern von gewerblichen Diensten zu Recht auferlegt ist. Bei der Tarifierung der 0700 als Mobilfunknummer kann die Verpflichtung sogar ganz entfallen, genau wie zusätzliche und dann unnötige Bürokratie.“

Der Gesetzgeber begründet die Preisangabepflicht mit einem angeblichen Missbrauchspotential. „Nach unseren Recherchen fanden wir jedoch hierzu in den Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur seit 2017 keinerlei Hinweise“, betont Sonntag.

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